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„Ja, ich sehe es ein, zweierlei ist möglich, man kann entweder dieses thun oder jenes;
meine aufrichtige Meinung und mein freundschaftlicher Rat ist der:
thu es oder thu es nicht, beides wird dich verdrießen.“
Søren Kierkegaard

Musik: Silly

Mit Spannung hatte ich es erwartet, das neue Album von Silly, einer Ex-DDR-Band, die ich schon seit Mitte der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts kenne und von der für mich noch immer eine besondere Faszination ausging:

Und nun, wo ich es zum ersten Mal durch gehört habe, bin ich – zugegeben – etwas ratlos:
Zwar ist der Name des Albums Programm, weil viele alte Titel der Band darauf mit den beiden neuen Sängerinnen der Band Anna R. ( Ex-Rosenstolz) und Julia Neigel neu aufgenommen wurden und dabei der alte Sound von Silly beinahe exakt kopiert wurde, anderseits scheinen dabei aber auch alle zu verlieren:
Die beiden Sängerinnen, die sich dem Klang von Silly völlig und bis zur Unkenntlichkeit unterordnen und die Band selbst, weil dieses Album einmal mehr wie ein Denkmal an die alten Zeiten mit der grandiosen Tamara Danz erscheint und kaum einen Entwicklung hin zu etwas Neuem erkennen lässt. Genau daran hatte ja auch die langjährige Episode der Band mit Anna Loos als Nachfolgin von Tamara Danz schon gekrankt.

Dennoch ist „Instandbesetzt“ für sich alleine genommen sicher ein hörenswertes Album, wenn es denn gelingt, die sich immer wieder aufdrängenden Vergleiche mit den alten Aufnahmen der gleichen Stücke auszublenden – was mir allerdings nicht wirklich gelungen ist.
Deshalb mal ein kleiner, vielleicht auch etwas unfairer Vergleich des Titelsongs aus der aktuellen Aufnahme mit Anna.R und Julia Neigel

Instandbesetzt (2021) -Silly mit Anna R. & Julia Neigel

mit dem „Original“ von 1996, also mit der viel zu früh verstorbenen Tamara Danz als Sängerin,

Instandbesetzt (1996) Silly mit Tamara Danz

an dem vielleicht deutlich wird, was ich meine:

Da wird ziemlich schnell klar, wie sehr die Musik von Silly mit Tamara Danz verknüpft ist, die mit ihrem Gesang und ihrer grossen Präsenz sicher erheblich zur „Marke“ und zum Image der Band beigetragen hat.
Alles, was danach kam, war mehr oder weniger nur traurige Kopie und reicht – abgesehen von einigen wenigen herausragenden Stücken mit Anna Loss – bei weitem nicht an das heran, was von dieser Band zusammen mit Tamara Danz als Frontfrau geboten wurde.

Meine Empfehlung deshalb:
Wenn Silly, dann bitte die alten Original-Aufnahmen, die auf diesem Sampler vereinigt sind:

Das ist aus meiner Sicht eindeutig die bessere Wahl….

Wie immer: Klicks auf die Bilder führen Euch zu Spotify


Habt ein schönes Wochenende und bleibt gesund und behütet!
Wir lesen uns :bye:


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- 5 Bemerkungen zu “Musik: Silly

  1. Ich bin auf meiner eigenen Schiene musikalisch unterwegs:
    Ich habe gestern eine ganze Reihe Longplayer downgeloadet – jetzt hackt das Ganze, weiß nicht wieso.

    Die Seite ist auf Bandcamp, wo ich gerne unterwegs bin. Da gibt es neues, frisches Material, von Leuten, die Musik präsentieren wollen, aber nicht auf irgendeinen Profit aus sind.

    So hat jeder halt seine Nischen :-)

    1. Ich kenne Bandkamp durchaus ganz gut, hab aber damit auch immer mal wieder Probleme, weil die anscheinend Server haben, die gerne mal an ihre Leistungsgrenze kommen.
      Gedownloaded habe ich da zwar schon lange nichts mehr, kann mich aber gut erinnern, dass das früher meist in den ganz späten Abendstunden oder ganz frühen Morgenstunde am besten lief, weil die Serverauslastung da offenbar niedriger war…..

  2. Danke für die Vorstellung. Das Remake von Anna.R und Julia Neigel (beides tolle Sängerinnen) kling t mir auch zu verkrampft … zu nahe am Original sein zu wollen. Sie hätten das auf ihre Weise machen sollen

    1. Genau das dachte ich auch, als ich es gehört habe – und erst recht, wenn man es im direkten Vergleich mit der ursprünglichen Aufnahme hört.
      Was genau so auch auf alle anderen Remakes auf dem Album zutrifft.

      Dagegen klingen die drei neu Aufgenommen Titel um einiges frischer , weil da auch die Qualitäten der Sängerinnen wirklich gut rauskommen.
      In der Form hätte ich mir das ganze Album gewünscht. Aber ich fürchte, dass bekommen Hassbecker&Co nicht mehr hin, solange sie immer allles so an Tamara Danz festmachen.

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